Holz als Feuchtigkeitsmesser – Schülerexperiment

Ein einfaches Schülerexperiment zur Feuchtigkeitsbestimmung

Der Wassergehalt von Holz

Abhängig von der Zeitspanne nach dem Fällen des Baumes und  von der vorhandenen Luftfeuchtigkeit ist im Holz mehr oder weniger Wasser enthalten. Ein frisch geschlagener Baum besitzt einen höheren Wasseranteil als Lagerholz. Besonders viel Wasser hat der Baum im Frühjahre angesammelt. Der Baum steht im vollen Saft, sagt man dann. Die Wachstumsphase nach dem Winter beginnt und die Bäume werden wieder grün.

Je nach Wasseranteil verändert sich die Länge des Holzes. Der Versuch soll Euch zeigen, wie sich die Länge eines Holzstückchens in Faserlängsrichtung und in -querrichtung ändert. Um dieses Experiment durchzuführen, benötigen wir sogenanntes Furnier. Damit Möbel aussehen, als wären sie aus Vollholz und nicht aus Spannplatten, werden dünne Holzschichten (Furnier) auf die Oberfläche der  Spannplatten geleimt.

Versuchsanordnung; Vergleich Quer- und Längsmaserung

Schneide zwei gleichlange Holzstreifen aus einem Stück Furnier. Beachte bitte, dass ein Streifen in Querrichtung und der andere in Längsrichtung zur Holzfaser ist. Lege beide Streifen aus dem Furnier übereinander zwischen feuchtes Papier.  Warte ein wenig und messe nun die Längen beider Furnierstreifen sehr genau. Die exakte Messung der Länge gelingt, wenn Du die Streifen auf eine Tischplatte oder auf ein Blatt Papier legst. Markiere das Anfang und das Ende mit einem Stift.

Nimm beide Holzstücke und trockne sie  10 bis 20 Minuten bei niedriger Temperatur im Backofen.

Ergebnis des Experimentes 

Nun kannst Du die Streifenmarkierungen des nassen Holzes mit dem getrockneten Holz vergleichen. Vor dem Trocknen war das nasse Furnierstück in Querrichtung länger als der Streifen in Längsrichtung. Nach dem Trocknen ist das Furnier in Querrichtung kürzer als das in Längsrichtung. Wir schlußfolgern, die Längsrichtung von Holz verändert sich bei unterschiedlicher Feuchtigkeit nur geringfügig. Die Querrichtung der Holzfasses reagiert dagegen stark.

Holz arbeitet

Beim sogenannten Quellen nimmt das Holz Wasser auf. Vielleicht kennst Du es: Die Holztür schließt im Winter nicht mehr richtig. Das Gegenteil vom Quellen ist das Schwinden. Das Holz gibt Wasser ab. Beispielsweise können Holzbote austrocknen, wenn sie im Winter nicht im Wasser liegen. Wenn sich ein Brett wölbt, spricht man allgemein vom Verziehen. Liegt ein Brett auf einem nassen Grund, wie einer Wiese, wölben sich die Ränder nach oben. Die feuchte Unterseite des Brettes dehnt sich aus – sie quillt. Die Oberseite bleibt trocken und schwindet oder dehnt sich nicht aus. Die Seitenränder des Brettes wölben sich nach oben.

Dieser Effekt kann sehr ärgerlich sein, wenn Fußbodendielen verlegt werden sollen. Daher rät der Fachmann, die Dielenbretter möglichst trocken und eben zu lagern. Ideal ist eine Lagerung in dem Raum, in dem die Dielen verlegt werden sollen. Die Dielen können sich an das herrschende Raumklima anpassen – unliebsame Überraschungen durch sich wölbende Bretter werden vermieden.